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Veröffentlicht am 30. Oktober 2026

Social Media verbieten – und was machen wir mit ChatGPT?

Social Media verbieten – und was machen wir mit ChatGPT?

Österreich will Social Media für Kinder unter 14 Jahren verbieten, aber die EU hat das Vorhaben vorerst gestoppt. Jetzt wird wieder heftig diskutiert. Aber während alle über TikTok und Meta reden, beschäftigt mich eine ganz andere Frage: Was ist eigentlich mit den KI-Chatbots?

Ich kann gut verstehen, dass viele Eltern ein Social-Media-Verbot begrüßen würden. Endlich klare Regeln! Endlich nicht mehr ständig darüber diskutieren müssen, wie lange das Kind am Handy sein darf.

Aber würde das wirklich alle Probleme lösen?

Weniger TikTok – dafür mehr ChatGPT?

Ich habe gerade einen interessanten Podcast von DER STANDARD gehört, der am 23. Oktober veröffentlicht wurde, also nur ein paar Tage her. Der Kommunikationswissenschaftler Hajo Boomgaarden spricht darüber, wie soziale Medien funktionieren und warum sie gerade für Jugendliche problematisch sein können.

Ein Punkt ist mir besonders aufgefallen: Laut Jugend-Internet-Monitor ist die Nutzung mancher Social-Media-Plattformen bei Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Das klingt doch erfreulich, oder?

Naja, das bedeutet aber nicht automatisch, dass Jugendliche insgesamt weniger Zeit mit digitalen Medien verbringen. Vielleicht verlagert sich die Nutzung einfach, zum Beispiel zu KI-Chatbots wie ChatGPT.

Aber es bringt mich zu einer Frage: Ist ChatGPT für unsere Kinder wirklich weniger problematisch als TikTok?

Wenn die KI zum besten Freund wird

Bei Social Media wissen wir inzwischen (auch wenn es lange gedauert hat), worauf wir achten sollten. Wir sprechen über süchtig machende Funktionen, unrealistische Schönheitsideale und problematische Inhalte. Aber was passiert, wenn Jugendliche anfangen, ihre persönlichen Probleme mit einer KI zu besprechen?

Ein Chatbot hat immer Zeit. Er antwortet freundlich, zeigt scheinbar Verständnis und kann sogar so wirken, als würde er sich wirklich für uns interessieren.

Es gibt mittlerweile eigene KI-Begleiter, sogenannte KI-Companions, die genau auf solche persönlichen Gespräche ausgerichtet sind. Für Jugendliche kann das mehr als verlockend sein. Gerade in einer Lebensphase, in der Freundschaften, Anerkennung und die eigene Identität eine große Rolle spielen und sie eben damit Begleitung brauchen, sollten wir Eltern genau darauf achten, von wem sie sich Ratschläge holen.

Natürlich ist nicht jedes Gespräch mit einer KI gleich gefährlich. Aber was, wenn ein Jugendlicher beginnt, sich lieber der KI anzuvertrauen als echten Menschen? Wenn er sich auf Ratschläge verlässt, die zwar überzeugend klingen, aber nicht unbedingt richtig sind?

Und da haben wir noch nicht mal über die langfristigen Folgen gesprochen, die KI auf das Lernen und die Denkfähigkeiten haben wird. Denn das ist ein Bereich, über den wir noch nicht einmal ausreichend wissen, um hier viel diskutieren zu können.

Worauf ich hinaus will: Die unbegleitete KI-Nutzung von Kindern und Jugendlichen ist etwas, das wir mindestens genauso intensiv besprechen sollten, wie die Risiken von Social Media.


Zum Weiterlesen und Anhören

Famalyzer

Famalyzer verbindet Familienlogistik und KI-Kompetenz, um Eltern im Alltag konkret zu entlasten und gleichzeitig sicherer im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu machen.

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Mag. Christina Pölzl-Huemer · Perchtoldsdorf, Niederösterreich