Diese Anleitung ist für Eltern gedacht, die bei kostenlosen KI-Diensten den Schutz der Privatsphäre ihrer Kinder verbessern möchten. Bei mehreren großen Anbietern ist die Nutzung von Chats für Training oder Qualitätsverbesserung standardmäßig aktiviert oder zumindest möglich; deshalb ist ein Opt-out sinnvoll, besonders wenn Kinder persönliche, schulische oder gesundheitliche Informationen eingeben könnten.
Warum das wichtig ist
- Kinder geben oft versehentlich persönliche Daten ein, etwa Namen, Schule, Wohnort, Fotos, Gesundheitsinfos oder Familienprobleme; solche Inhalte sollten nicht zusätzlich für Modelltraining oder Produktverbesserung verwendet werden.
- Ein Trainings-Opt-out verhindert nicht jede Datenspeicherung, reduziert aber die Nutzung neuer Chats für KI-Training bei mehreren gängigen Diensten deutlich.
- Zusätzlich zum Opt-out sollten Eltern Kindern beibringen, niemals Passwörter, Telefonnummern, Adressen, Ausweise, Zeugnisse oder intime Fotos in KI-Tools hochzuladen.
ChatGPT (OpenAI)
OpenAI erklärt, dass persönliche ChatGPT-Konten standardmäßig für Datenfreigabe zur Modellverbesserung aktiviert sein können, der Schalter aber in den Dateneinstellungen deaktiviert werden kann.
Am Computer
- ChatGPT öffnen und im Konto anmelden.
- Auf das Profilbild oder Kontomenü klicken.
- Settings bzw. Einstellungen öffnen.
- Data Controls bzw. Datenkontrolle auswählen.
- Den Schalter Improve the model for everyone ausschalten.
- Danach werden neue Unterhaltungen nicht mehr zum Trainieren der Modelle verwendet.
Am Smartphone
- Die ChatGPT-App öffnen.
- Das Seitenmenü oder Profil öffnen.
- Data Controls bzw. Datenkontrolle auswählen.
- Improve the model for everyone deaktivieren.
Zusätzlicher Schutz
- Bereits vorhandene alte Chats sind durch das Ausschalten nicht automatisch entfernt; nur neue Gespräche fallen danach nicht mehr unter dieses Training.
- Wer noch strenger vorgehen will, kann zusätzlich das OpenAI-Datenschutzportal für ein generelles Opt-out verwenden.
Gemini (Google)
Google erlaubt es, die Gemini Apps Activity auszuschalten; damit kann die Speicherung und Nutzung von Gemini-Chats für künftige Modellverbesserung eingeschränkt werden.
Am Computer
- gemini.google.com öffnen und anmelden.
- Im linken Menü auf Activity klicken.
- Auf Turn off klicken.
- Wenn angeboten, Turn off and delete activity wählen, damit auch vorhandene Aktivität gelöscht wird.
- Prüfen, ob Gemini Apps Activity jetzt als ausgeschaltet angezeigt wird.
Am Smartphone
- Die Gemini-App öffnen und anmelden.
- Auf das Profilbild tippen.
- Gemini App Activity bzw. Gemini Apps Activity auswählen.
- Turn off oder besser Turn off and delete activity wählen.
Zusätzlicher Schutz
- Wer Gemini Live nutzt, sollte auch die Option zur Verbesserung von Google-Diensten mit Audio- oder Gemini-Live-Aufnahmen deaktivieren.
- Frühere Inhalte müssen gegebenenfalls separat gelöscht werden, wenn nicht gleich Turn off and delete activity gewählt wurde.
Le Chat (Mistral)
Mistral dokumentiert ausdrücklich eine Opt-out-Möglichkeit für die Nutzung von Eingaben und Ausgaben zum Training.
In der App
- Le Chat öffnen.
- Settings bzw. Einstellungen öffnen.
- Unter Account den Bereich Data & Account Controls auswählen.
- Das Kästchen oder den Schalter Enable data sharing deaktivieren.
- Damit wird die Teilnahme am Trainingsprogramm beendet.
Im Web oder Konto-Bereich
- Zum Verwaltungs- oder Kontobereich von Le Chat gehen.
- Le Chat unter Manage auswählen, falls vorhanden.
- Im Bereich Privacy den Schalter Allow your interactions to be used to train our models ausschalten.
Wichtiger Hinweis
- Die Oberfläche kann je nach Version leicht anders aussehen, aber die Begriffe Privacy, Data sharing oder train our models sind laut Mistral die relevanten Stellen.
- Medienberichte verweisen zusätzlich darauf, dass Betroffene bei Bedarf auch per Help Center oder E-Mail der Datenverarbeitung widersprechen können.
Perplexity
Perplexity erklärt, dass für Free-, Pro- und Max-Nutzer die AI Data Retention standardmäßig aktiviert ist, Nutzer diese Datennutzung für KI-Training aber selbst ausschalten können.
Am Computer oder im mobilen Web
- Bei Perplexity anmelden.
- Zu Account gehen.
- Die Seite Preferences öffnen.
- Den Schalter AI data retention suchen.
- Den Schalter ausschalten, um aus der Datensammlung für KI-Training auszusteigen.
Zusätzlicher Schutz
- Nach Perplexitys Beschreibung bedeutet ein ausgeschalteter Schalter, dass die Daten nicht mehr für KI-Training gesammelt werden.
- Eltern sollten zusätzlich regelmäßig Verlauf, hochgeladene Dateien und gespeicherte Einstellungen prüfen.
Weitere gängige Gratis-Modelle
Nicht jeder populäre KI-Dienst bietet im normalen Endverbraucher-Konto einen klaren, leicht zugänglichen Trainings-Opt-out innerhalb der App an. Deshalb sollte immer klar gemacht werden: keine sensiblen Daten eingeben, vorhandene Chats regelmäßig löschen, App-Berechtigungen einschränken und das Tool nur unter Aufsicht nutzen.
Kurze Checkliste für Eltern
- Trainings-Opt-out sofort nach der Registrierung prüfen.
- Alte Aktivität und Chatverläufe löschen.
- Mikrofon-, Kamera- und Dateizugriffe nur bei Bedarf erlauben.
- Kindern sagen: keine echten Namen anderer Kinder, keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Schule, keine Passwörter, keine Fotos von Ausweisen oder Zeugnissen eingeben.
- Für Schulaufgaben möglichst neutrale, erfundene Beispieldaten verwenden.

